Geschichte
Anfang
Die Anfangszeit von Pixelart war geprägt von eigentlich
textbasierenden Systemen, die zu einer Bilddarstellung erst
"überredet" werden mussten. So bestand Pixelart am Anfang auch nur
aus grobpixeligen, schwarzweißen Grafiken. Diese Anfangsphase
begann 1952 und endete mit Asteroid von Atari im Jahre 1978.
Pixelart wurde zeitgleich mit der Entwicklung des ersten Computerspiels
geboren, da zu diesem Zeitpunkt auch die ersten digitalen Grafiken
benötigt wurden. Dies geschah durch A. S. Douglas auf der EDSAC an
der Universität Cambridge. Das Spiel, um das es sich handelte, war
Tic Tac Toe oder auch XOX genannt, welches auf einem
35x16-Pixel-Display dargestellt wurde.
Erst neun Jahre später kam es zur nächsten
größeren Entwicklung mit Spacewar, welches von einer Gruppe
am Massachusetts Institute of Technology, dem auch Steve Russell
angehörte, programmiert wurde. Spacewar wurde auf einer DEC PDP-1
geschrieben und auch bald mit dieser ausgeliefert, wodurch es zum
ersten weit verbreiteten Computerspiel wurde.
Wieder dauerte es zehn Jahre, bis eine weitere Entwicklung von sich
reden machte. 1971 wurde von Nolan Bushnell und Ted Dabney das erste
Arcade-Spiel in einem Münzeinwurfautomaten namens
Computer Space entwickelt. Leider wurde es kein Erfolg, da sich die
Bedienung zu schwierig gestaltete. Es wurden nur 1.500 Automaten
verkauft.
Nur ein Jahr später gründete Nolan Bushnell Atari und hatte
mit seinem Spiel Pong einen riesigen Erfolg. Er verkaufte 19.000
Pong-Maschinen.
Das erste Computer-Adventure kam 1975 für die DEC PDP-10 heraus,
war aber leider nur textbasierend. Ein Jahr später folgte das
erste Computer-Rollenspiel namens Dungeon, was eine unlizensierte
Implementation des damals neuen Dungeons & Dragons war. Es
beinhaltete schon Attribute wie Erfahrung und Fähigkeiten. Zur
Darstellung diente eine Sichtliniengrafik.
Die Anfangsphase der Pixelart endet mit dem goldenen Zeitalter der
Arcade-Spiele im Jahre 1978, welche durch die Spiele Space Invaders der
Taito Corporation und Asteroids von Atari geprägt war. Beide
Spiele waren im Original noch schwarzweiß und wurden später
noch einmal in Farbe aufgelegt.
Höhepunkt
Der Höhepunkte der Pixelart wurde geprägt von
kostengünstigeren Computersystemen, die schon mehrfarbige Grafiken
darstellen konnten und auf denen schon mehr als ein Spiel zur
Verfügung standen. Als zeitliche Schranken könnte man 1977
als Anfang und 1990 als Ende nehmen.
Den Beginn des Höhepunktes bildet die Einführung des Atari
Video Computer Systems (VCS), später auch Atari 2600 genannt, das
1977 auf den Markt kam. Auf ihm liefen Spiele wie Breakout (1978) oder
Space Invaders (1980). Ebenfalls 1980 kam Pac-Man auf den Markt, wohl
eines der bekanntesten Spiele aller Zeiten, das es auch außerhalb
der Spielergemeinschaft zu großer Bekanntheit geschafft hat.
Noch im selben Jahr erschien das erste grafische Adventure namens
Roberta Williams Mystery House für den Apple II, welches leider
eher an Schwarzweiß-Grafik erinnerte und noch per Texteingabe
gesteuert wurde.
Im Jahre 1982 wurde dann der Commodore 64 veröffentlicht, welcher
für damalige Zeiten eine sehr gute Grafik und guten Sound hatte.
Zwei Jahre später bekam dann auch der IBM PC/AT eine 16-farbige
EGA-Grafik, welche ihn für Spiele weitaus interessanter machten
als seine alte 4-farbige CGA-Grafik. So erschien auch im selben Jahr
die Kings-Quest-Serie von Sierra, welche über farbige Grafik
verfügte, aber leider immer noch nur Befehle in Form von
Texteingabe beherrschte. Trotzdem zählen die Spiele als die ersten
modernen Adventures.
1985 trat Nintendo mit seinem Nintendo Entertainment System, kurz NES,
auf den Markt, worauf der bekannte Klassiker Super Mario Brothers
erschien.
Da Lucas Arts weg wollte von der Texteingabe in Spielen auf
Heimcomputern und hin zu einem Point-and-Click-Interface, entwickelten
sie SCUMM, das Script Creation Utility for Maniac Mansion. Hierbei
handelt es sich um eine plattformunabhängige, grafische,
cursorgesteuerte Engine für Adventures. Basierend auf dieser
Engine wurde 1987 Maniac Mansion entwickelt und veröffentlicht.
Andere Hersteller folgten bald dem Point-and-Click-Trend, und da IBM
dank seiner PS/2 Technologie auch endlich 256 Farben darstellen konnte,
stand nun auch der PC für weitere Spiele offen, so zum Beispiel
Zak McKracken and the Alien Mindbenders (1988).
Abklang
Aufgrund von neueren Technologien wurde Pixelart immer weniger bei
Spielen verwendet und durch 3D-Engines ersetzt. Trotzdem entstanden
zwischen den Jahren 1990 und 1996 noch einige der bekanntesten
Pixelart-Spiele, wie Monkey Island oder Dune.